Nackenverspannungen: Eine typische Volkskrankheit

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Nackenverspannungen sind eine Erkrankung, die viele Menschen im Alltag erheblich einschränken. Noch schwerwiegender sind die Folgen dieser Verspannungen, wenn zusätzlich Symptome wie ein Einschlafen der Hände oder Kopfschmerzen auftreten. Von klassischen Nackenverspannungen ist die Rede, wenn Patienten eine schmerzvolle Überhöhung des Muskeltonus in der Nackenmuskulatur verspüren.

Klassische Symptome

Typische Symptome einer verspannten Nackenmuskulatur beziehen sich auf ein schmerzhaftes Ziehen, das zwischen dem Schulterblatt sowie dem Hinterkopf auftritt. Im Regelfall ist die Bewegungsfähigkeit dieses Bereichs des Körpers minimiert. Zudem intensivieren sich die Schmerzen bei einfachen Drehungen des Kopfes. Obwohl diese Verspannungen sämtliche Nackenmuskeln betreffen können, wird eine Diagnose Trapezmuskels – des sogenannten Musculus trapezius – überdurchschnittlich häufig vorgenommen. Dieser Muskel erstreckt sich von dem Schulterblatt und der Halswirbelsäule bis zum unteren Teil der Brustwirbelsäule. Eine häufige Folge dieser Nackenschmerzen sind unter Umständen ebenfalls Rückenschmerzen.

 

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Verschiedene Gruppen der Nackenmuskulatur können betroffen sein

In Abhängigkeit der jeweiligen Ursache gehören Nackenverspannungen der vorderen oder hinteren Gruppe der Nackenmuskulatur an. Die vordere Gruppe betrifft diese Muskeln:

  • Musculus rectus capitis lateralis,
  • Musculus rectus capitis anterior.

Die hintere Gruppe der Nackenmuskulatur bezieht sich auf diese Körperregionen:

  • Musculus obliquus capitis inferior,
  • Musculus obliquus capitis superior,
  • Musculus rectus capitis posterior minor,
  • Musculus rectus capitis posterior.

Weil versorgende Nervenbahnen des Arm- und Schulterbereichs bei einer Verhärtung der Nackenmuskulatur schlimmstenfalls abgeklemmt sind, können damit verbundene Einschränkungen eine logische Konsequenz sein. Diese Beeinträchtigungen resultieren in Taubheitsgefühlen, Bewegungsbeeinträchtigungen, Empfindungsstörungen, Schmerzen, Migräne oder anderweitigen Kopfschmerzen.

Worin liegen die Ursachen von Nackenverspannungen?

Obwohl psychosomatische Umstände, Unfälle oder innere Erkrankungen Auslöser für Nackenverspannungen sein können, gelten Fehlbelastungen und Fehlhaltungen als häufigste Ursache von Nackenschmerzen. Ein Beispiel ist das häufige Sitzen am Computer, das oft zu einer muskulären Dysbalance führt, die wiederum in einer Verspannung der Nackenmuskulatur resultiert. Ähnliche gesundheitliche Probleme erscheinen bei Fließbandarbeit. Bei diesen und vielen weiteren Bewegungsabläufen im Alltag nehmen Betroffene falsche Körperpositionen ein, indem der Rücken für mehrere Stunden gekrümmt sowie die Schultern nach vorn gebeugt werden – eine Körperhaltung, die beispielsweise durch Arbeiten am Computer intensiviert wird.

Obwohl körperlich anspruchsvolle Aktivitäten im Gegenzug als gesünder gelten, können diese im ungünstigen Fall ebenfalls zu Verspannungen im Nackenbereich führen. Übermäßiges Krafttraining ist eine häufige Ursache von Nackenverspannungen. Weiterhin ist Brustschwimmen mit einem stark angewinkelten Nacken für den Körper ungesund. Vorsicht ist ebenfalls bei der Wahl der Matratze sowie des Kopfkissens geboten, die bei einer falschen Wahl ebenfalls Nackenschmerzen begünstigen können.

Psychische Belastungen können zu physischen Beschwerden führen

Nicht zu unterschätzen sind psychische Belastungen, die ebenfalls als Auslöser für Verspannungen des Nackenbereichs in Betracht kommen. Beispielsweise sind Nackenverspannungen eine klassische Begleiterscheinung von Depressionen, Neurosen oder des Burnout-Syndroms. Stress kann das Auftreten von Nackenschmerzen ebenfalls ungünstig beeinflussen. Eine spezielle Form der Nackenverspannungen ist der sogenannte Mausarm – das Repetitive Strain Injury Syndrom – das durch eine regelmäßige Wiederholung von ungünstigen Bewegungsabläufen verursacht wird. Typische Anzeichen dieses Syndroms sind Nackenverspannungen sowie Beschwerden im Arm-, Schulter- und Nackenbereich.

Wie werden Verspannungen im Nackenbereich diagnostiziert?

Nackenschmerzen lassen sich über ein Abtasten der betroffenen Körperregion verhältnismäßig eindeutig diagnostizieren. Schließlich sind die entsprechenden Muskeln im Regelfall zumeist spürbar verhärtet. Liegt der Verdacht einer Kompression der Nerven nahe, gibt eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit darüber Aufschluss. Die individuelle Anspannung der Muskeln wird mithilfe einer Elektromyografie gemessen. Um die Diagnose zu festigen, gelten die Computertomographie oder Magnetresonanztherapie als unterstützende Verfahren.

Diese medizinischen Verfahren wirken Nackenverspannungen entgegen!

Um die Beschwerden im Nackenbereich zu lindern, werden häufig als erste Option Massagen angeordnet, um Verhärtungen der Nackenmuskulatur zu bekämpfen. Zudem bieten diese medizinischen Teilgebiete Möglichkeiten zur Linderung von Nackenschmerzen:

  • Akupunktur,
  • Chiropraktik,
  • Rolfing,
  • Osteopathie,
  • Physiotherapie.

Mit Nackenverspannungen einher gehende Blockaden können über manuelle Behandlungen gelöst werden. Wiederkehrende Fehlhaltungen lassen sich durch physiotherapeutisches Training vermeiden. Die Schulmedizin zieht zur Linderung von Nackenschmerzen ebenfalls schmerzstillende Arzneimittel in Betracht. Die schmerzstillende Medizin kann verhindern, dass Betroffene eine Schonhaltung einnehmen und dementsprechenden in einen „schmerzvollen Kreislauf“ geraten. Schlimmstenfalls wird bei einem durch Nackenschmerzen bedingten Schiefhals bei einer erfolglosen Physiotherapie sogar ein operativer Eingriff empfohlen, bei dem – als letzte Option – Nerven betroffener Muskeln oder gar die Muskeln selbst durchtrennt werden.

Eine gute Alternative: Schüssler Salze!

Alternativ sind Schüssler Salze optional anwendbar, um Verspannungen im Allgemeinen oder Nackenverspannungen im Konkreten zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang kommen folgende homöopathische Arzneimittel in Betracht:

  • Dulcamara,
  • Damiana,
  • Cimicifuga racemosa.

Wie lassen sich die Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich vorbeugen lösen?

Damit die Nackenverspannungen oder Beschwerden in der Nacken- und Schulterregion kein stetiger Störfaktor im Alltag werden, leisten präventive Maßnahmen im Alltag eine wichtige Hilfe. Zum Beispiel ist es ratsam, den Bürostuhl der Sitzhöhe derart anzupassen, dass die Unterarme waagerecht auf der Arbeitsfläche positioniert werden und Ellenbogen einen rechten Winkel formen. Zudem lassen sich die Augen durch die richtige Beleuchtung sowie eine optimale Positionierung des Bildschirms gut entlasten. Diese Faktoren führen im Optimalfall zu einer Entlastung der Nackenmuskulatur, da sich die Sehkraft der meisten Menschen im Laufe eines Arbeitstages reduziert und die Augen dem Monitor unbewusst näher kommen. Die Folge dieser „Annäherung“ ist eine nach vorn gebeugte Körperhaltung, die sich wiederum negativ auf die Nackenmuskeln auswirkt.

Hilfreiche Übungen zur Lockerung der Nackenmuskulatur

Einige Übungen zur Lockerung der Nackenmuskeln lassen sich problemlos in den Alltag integrieren. Unter anderem können Betroffene in aufrechter Sitzposition eine Übung durchführen, bei der sich die Arme seitlich am Körper befinden, die Hände unter dem Sitz festgehalten werden und der abwechselnd zu beiden Seiten in Richtung Ohr geneigt wird. Im Gegenzug ziehen die Hände die Schultern unter dem Sitz nach unten. In dieser Position verweilen Betroffene für etwa drei Atemzüge, um die Übung anschließend auf der anderen Seite zu wiederholen. Weiterhin werden leichte Nackenverspannungen gelöst, indem die Arme nach vorn gestreckt und Schultern mehrfach nach vorn gezogen werden, damit Verspannungen im Nackenbereich gar nicht erst entstehen. Diese und zahlreiche weitere Übungen sind hilfreich, um den Beschwerden aufgrund ungünstiger Belastungen auf der Arbeit entgegenzuwirken.

Wärme: Wirksam, aber keine Wunderwaffe

Nicht zu unterschätzen ist die Wirkungsweise von Wärme. Warme Bäder, die mit entspannenden Badezusätzen bereichert werden, sind bei Nackenschmerzen empfehlenswert. Eine ähnlich positive Wirkung erzielen Dampfbäder oder Besuche der Sauna. Hilfreich ist es ebenfalls, eine Entspannung der Muskulatur durch eine Wärmflasche oder Kirschkernkissen zu unterstützen. Allerdings sollten sich Patienten vor Augen führen, dass Wärme etwaige Beschwerden maximal verringern kann. Grundlegend ist stets, dass Betroffene auf eine gesunde Körperhaltung achten.

Quellen:

http://www.heilpraxisnet.de/symptome/nackenverspannungen-eine-volkskrankheit.html
http://www.medizinauskunft.de/artikel/diagnose/krankheiten/Schmerzen/21_09_nackenschmerzen.php